Archiv für July 2008


Plakati polski

31. July 2008 - 15:17 Uhr

Dem Polnischen eilt der Ruf voraus, für Ausländer praktisch nicht erlernbar zu sein. Zugegeben, geschrieben sieht die Sprache aus, als wäre eine Katze über die Computertastatur gehüpft. Dennoch kann man mit etwas kultureller Vorbildung…

…durchaus auch kurze Sätze verstehen. Das polnische Grundvokabular stellt uns Deutsche entgegen aller Vorurteile vor keine großen Probleme. Of reicht es schon, die deutsche Wortendung…

…durch ein “y” zu ersetzen. In der Wortmitte kann der mutige Tourist relativ wahllos die Buchstaben Z, Y, I und C einstreuen. Hier gilt folgende einfache Grundregel: Je zungenbrecherischer die Kombination, desto wahrscheinlicher ist die Existenz des Wortes.

In manchen Fällen hingegen bleibt für den Teutonen…

…einfach alles wie gehabt. Besonders charmant und künstlerisch wertvoll wird es aber in Polen wie in der Liebe immer dann, wenn man…

…ganz ohne Worte auskommt.

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blogsee jetzt noch besser

23. July 2008 - 16:26 Uhr

Die Wünsche meiner treuen Fans und begeisterten Leser sind mir natürlich Befehl. Vollkommen verzweifelte Menschen campierten tagelang vor meinem Fenster und skandierten: “Berger, wir wollen dein Impressum sehn, Impressum sehn,…”

Für die besten Fans der Welt gibt es jetzt endlich gute Nachrichten. Das Warten hat ein Ende. Nach nächtelanger, zäher Programmierarbeit ist es da. I proudly present die Mutter aller Impressen.

 

 

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Nahrungsmittelkrise

18. July 2008 - 14:28 Uhr

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Im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Eine Welt – eine Zukunft” habe ich wieder einen Artikel geschrieben. Diesmal geht es um die weltweite Nahrungsmittelkrise.

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Anarchie per Gesetz

16. July 2008 - 16:08 Uhr

Oft wird beklagt, die Deutschen seien dem Gesetz geradezu sklavisch verpflichtet und daher revolutionäre Analphabeten. Den Spöttern, die das leidige Zitat vom germanischen Mob, der brav noch Zugtickets löst, immer und immer wieder strapazieren müssen, schleudere ich entgegen: Ihr habt keine Ahnung! Die Deutschen sind die einzig waren Anarchisten – man muss nur das System verstehen. Anderswo ergötzt man sich vorgestrig am zivilen Ungehorsam, wir gehen einen gewaltigen evolutionären Schritt weiter und kleiden ihn Gesetze.

Ein Beispiel: Fast überall in Europa gibt es inzwischen ein Nichtrauchergesetz. Ohne übermäßige Vereinfachung kann man all diese Gesetze in einem Satz zusammenfassen: In Kneipen, Cafés und Restaurants wird nicht geraucht. Punkt. Nun mag sich so mancher lebenslustige Sizilianer oder französische Bohemien in einer privatrevolutionären Geste über diese Regel hinwegsetzen. Doch auch wenn mal all diese zivil Ungehorsamen zusammenzählt, ist das Ergebnis eher drollig verglichen mit der staatlich verordneten Anarchie, zu der sich das Rauchverbot in Deutschland ausdifferenziert hat. Nicht nur, dass jedes einzelne Bundesland ein ganz individuelles Gesetz erlassen hat. Nein – stante pede bliess eine ganze Heerschar von Lobbygruppen, Bürgerinitiativen, Rauchern und Nichtrauchern zum Angriff und bombardierte jedes dieser 16 Gesetze, bis sich das ganze Land in einen chaotischen Flickenteppich voller Brandflecken verwandelt hat, in dem Gesetzestreue im Alltag fast nur noch mit Hilfe eines juristischen Beraterteams möglich ist.

Ein weiteres Beispiel ist ist der Mindestlohn. In altmodischen Ländern wie Frankreich oder den USA begnügt man sich mit einer Lohngrenze, die nicht unterschritten werden darf. Damit will man sicherstellen, dass jeder Arbeitnehmer genug verdient, um davon leben zu können. Deutschland hingegen braucht nicht einen Mindestlohn, Deutschland braucht Mindestlöhne – je mehr, desto besser! Eine Friseurin oder ein Pelztierpfleger ist scheinbar vor Natur aus genügsamer als ein Briefträger (es sei denn, er ist bei einer privaten Firma beschäftigt). Kurz habe ich mich gefragt, warum dies so ist. Dabei liegt die Antwort auf der Hand: Auch hier wirkt wieder das deutsche Gen der Anarchie per Gesetz.

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BILD kämpft gegen Nazi-Kitsch

4. July 2008 - 17:55 Uhr

Erwartungsgemäß empört sich die BILD-Zeitung darüber, dass man bei Madame Tussaud in Berlin Adolf Hitler “als Attraktion” ausstellt. Und da in unserem Land zum Glück auch Ahnungslose eine Meinung haben dürfen, steht der BILD-Beauftragte für Entrüstungsonanie Franz-Josef Wagner sofort Gewehr bei Fuss und stammelt über seine furchtbare Angst “vor dem Wachs-Hitler“. Warum allerdings gerade die zehn Schichten Ölfarbe auf des Führers Antlitz eine besondere Gefahr für den Weltfrieden darstellen, bleibt leider im Dunkeln.
Ich möchte an dieser Stelle nicht die leidige Diskussion über den Umgang mit der furchtbaren deutschen Vergangenheit um einen weiteren unnötigen Beitrag bereichern. Allerdings verblüfft mich die Scheinheiligkeit, mit der die BILD-Zeitung sich über die Kommerzialisierung Hitlers echauffiert, denn gerade dort zeigte man in der Vergangenheit wenig Hemmungen, mit dem GröFaZ ordentlich Kasse zu machen. Man erinnere sich nur an den sexualhistorisch wertvollen Beitrag über Masturbation im Führerbunker, die rührende Homestory zur zur Society-Hochzeit des Jahres ’45 oder die bahnbrechende Recherche zum Stammbaum der Reichsobercaniden Blondi.

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