Archiv für October 2008


Nachtrag zu IKEA

23. October 2008 - 16:55 Uhr

Inzwischen hat mir IKEA die Scharniere zugeschickt – kommentarlos und ohne Rechnung. Ganz schön schnell beleidigt, die Schweden. Ich habe Angst, dass mir ein Mitarbeiter beim nächsten Mal heimlich auf den Hotdog spuckt.

Kommentieren » | Allgemein

IKEA Kundenservice

13. October 2008 - 15:11 Uhr

13. Oktober 2008

An
IKEA Tempelhof
Sachsendamm 47
10829 Berlin

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 22.09. habe ich einen Kleiderschrank gekauft. Er heißt PAX. Die Selbstabholerliste wieß leider statt der nötigen zwei Scharniersets nur eines aus (siehe beiligende Kopie). Das ist an sich nicht weiter tragisch – Fehler passieren und sind menschlich. Eines Weltkonzerns unwürdig ist allerdings Ihr billiges Kundenservice-Imitat. Verglichen damit – ich wage es kaum zu Papier zu bringen – trägt die Deutsche Bahn ihre Kunden auf Händen.

In meiner grenzenlosen Naivität wollte ich telefonisch um die Lieferung der fehlenden Teile per Post bitten. Was sich in der Theorie so einfach anhört, entpuppte sich als zäher Kampf mit der telefonischen Kundenabwehr. Hätten die Nazis über diese Wunderwaffe verfügt, Berlin hätte den Krieg ohne Bombentreffer überstanden. Nachdem ich das Anruferleitsystem endlich niedergerungen hatte, begann eine Odyssee durch die beeindruckend verschachtelten Abteilungen Ihres Hauses, die alle eins gemeinsam haben: Sie sind nicht zuständig, verbinden aber gerne in eine zufällig ausgewählte andere Abteilung weiter. Nebenbei durfte ich lernen, dass IKEA keine Kunden sondern Bittsteller hat. Mehrfach wurde mir mitgeteilt, ich hätte gefälligst persönlich zu erscheinen und mir die Scharniere abzuholen. Wie gesagt, nicht ich habe einen Fehler gemacht, sondern ein IKEA-Mitarbeiter. Ein kleiner Hinweis: Das ist kein Kundenservice, und Köttbullar mit Pommes sind auch keine Delikatesse.

Nachdem mich Ihr System wieder ausgespuckt hatte, startete ich todesmutig einen zweiten Versuch, der mich schließlich zu einem zuständigen Mitarbeiter führte. Wahrscheinlich war er neu bei IKEA und kannte Ihre Gepflogenheiten noch nicht, denn er versicherte mir freundlich, in „ein paar Tagen“ lägen die Scharniere in meinem Briefkasten. Leider warte ich seit dem ebenso sehnsüchtig wie vergeblich. Unterm Strich bleibt von meinem Einkauf also ein eintüriger Kleiderschrank, eine horrende Telefonrechnung und der latente Wunsch, ABBA-Platten zu verbrennen. Sie werden mir zustimmen: Ein glücklicher Kunde fühlt sich anders.

Ich frage Sie nun: werden sie mir irgendwann noch die Gnade erweisen, mir die fehlenden Scharniere (Artikel Nummer 957.191.00, Regal 02, Fach 19) zuzuschicken, oder soll ich mir aus der nutzlosen Schranktür ein Surfbrett schnitzen?

Mit herzlichen Grüßen,

Mark Berger

Kommentieren » | Allgemein, Wirtschaft

Finanzkrise – Chance für alle?

10. October 2008 - 14:22 Uhr

Ratlosigkeit und Unzufriedenheit sind die Vorbedingungen des Fortschritts, hat Thomas Edison einmal bemerkt. Wird die globale Finanzkatastrophe also völlig falsch bewertet? Ist sie vielleicht sogar der Vorbote eines neuen goldenen Zeitalters?

Ich denke dabei vor allem an das gramgebeugte Inkasso-Proletariat, das knietief im Dispo watet und dessen letzte Chance darin besteht, sich für ein paar Kröten in einer RTL2-Schuldner-Soap zu prostituieren. Ein Finanzexperte mag meine Naivität belächeln, aber jetzt mal ernsthaft: Wenn morgen die sympathische kleine Hausbank pleite geht, verschwindet dann nicht nur Omas Sparbuch im Orkus, sondern auch alle unsere Schulden?

Kommentieren » | Allgemein, Gesellschaft, Wirtschaft

Almabtrieb

1. October 2008 - 14:13 Uhr

Am Anfang vom Ende war er richtig sympathisch, der Huber Erwin, wie er sichtlich angeschickert in die Mikros lallte. Ein letzter Versuch, in die Fußstapfen von FJS zu treten? Ach nein, der nette Erwin blieb auch besoffen nur ein freundliches Abziehbild. Aus, vorbei! Nachdem der Wähler die Doppelspitze abgeknickt hat, zieht die CSU endgültig die Lederhosen aus und fährt den Laptop hoch.

Eigentlich war nach den Büroklammern Stoiber, Huber und Beckstein eine Renaissance der kernigen Naturburschen zu erwarten, doch jetzt erhebt die seifige Generation Söder ihr schreckliches Haupt. Ich höre sie schon von der CSU 2.0 schwafeln. Tja, früher war die Zukunft eben auch besser. Bereut ihr es schon, ihr Bayern, ihr?

Kommentieren » | Allgemein, Gesellschaft, Politik